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Vorstellung

"Kunst ist wie kochen - zuerst muss es mir schmecken." So kompromisslos wischt Iman, Student an der UdK, erst einmal jede noch so sachte Kritik vom Tisch. Was er tut, muss zuerst ihm schmecken. "Ich mache, worauf ich Bock habe, nicht was Mode ist", sagt er. Und wonach der Kunst-Markt schielt, ist für ihn überwiegend Mode. Iman schielt nicht, er geht geradeaus. 

Die Objekte und Installationen, die er für unsere Ausstellung auswählte, haben sich bewusst und immer mehr von den Bildern entfernt, mit denen er an der UdK in der Malklasse von Burkhard Held sehr erfolgreich war. "Früher gab es für mich nichts Schöneres, als beispielsweise bei Boesner alle Malutensilien zu kaufen, die man sich nur vorstellen kann. Inzwischen liebe ich Baumärkte und Müllcontainer. Iman bürstet den Zivilisationsmüll seiner Fundstücke gegen den Strich und erfindet mit seinen Verfremdungen eine witzige, skurrile, zuweilen auch erschreckende und gleichermaßen stimmige Antwort auf die Frage nach dem Auseinanderklaffen zwischen wertvoller Kunst und wertlosem Material. 

Man frage ihn nur nicht nach Bedeutungen. "Es gibt kein Konzept, ich spiele", hält Iman entgegen. Allerdings ist er klug genug zu wissen, wie schnell sich bei einem Spieler Abhängigkeiten einstellen können. Darum gibt er sich "Fastenzeiten" - wie er sagt, in denen er überhaupt nicht an Kunst denkt. Bis ihn irgendwann wieder das schlechte Gewissen plagt. Dann dürfen wir sicher sein, dass Iman mit Konsequenz versucht, der klassischen Malerei den Schleier ihres Geheimnisses zu entreißen. Was er ihr entgegensetzt, ist kein Babybrei, sondern derbe Kost. Man muss hart im Nehmen sein. Aber vor allem offen, um eingefahrene Sehgewohnheiten und Erwartungen ruhig mal über Bord zu werfen.

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